Wie lange braucht man, um abzuschalten und ruhig zu werden?

Zehn Tage heißt es im Allgemeinen. Aber es geht auch kürzer!

Wir waren wieder unterwegs:

Unterwegs Nähe Pilsensee 1
Mit unserem Oldie-VW-Bus hatten wir das Ziel Allgäu zu einer Geburtstagseinladung, und den Weg dorthin gestalteten wir uns abwechslungsreich, mit jeder Menge Eindrücke für die Autorin und Motive für den Fotografen. Vor dem Eintauchen ins Mittelalter bei einem Besuch von Landsberg am Lech gönnten wir uns allerdings einen Aufenthalt am Campingplatz am Pilsensee mit Kajaktour. Nachdem wir nur zwei Nächte mobil unterwegs waren, hatten wir nur das Allernötigste dabei. Kein Zelt, keine Klappschränke, wenig Proviant. Das bedeutet allerdings immer wieder Umpacken im engen Bus: Klamotten nach vorne zum Schlafen, dann wieder nach hinten zum Fahren. Alles gut in den Schränken verstauen, damit nichts unterwegs klappert. Reisen auf engem Raum hat natürlich Pro und Contra.

Camping und Kajaken am Pilsensee 1
Ein wunderschöner See im Herbst, Wasser mit für mich angenehm erfrischender Badetemperatur, ein Ausblick bis in die hinter der Seengruppe um den Starnberger See aufragenden Alpen und ein überraschend ruhiger Campingplatz – was für ein wunderschönes erholsames Wochenende durften wir hier genießen.
Der Campingplatz ist modern und idyllisch gelegen, deshalb muss man auch unbedingt reservieren, um einen sicheren Stellplatz zu bekommen.
Diese sind großzügig bemessen, sprich für einen VW-Bus riesig. Wir überlegten tatsächlich, ob wir uns verkehrt positioniert hatten. Doch nach einem Blick in die Nachbarschaft, die zu 90% aus Wohnmobilriesen bestand, wussten wir: Nein, wir sind nur viel kleiner als die anderen. Hier wären wir bei dem Pro für uns: Viel Platz um den Bus herum, zum Beispiel zum Kajak-trocknen-lassen, und weniger Aufbau- und Abbauarbeit für das Zubehör. Das Contra: Wir haben es nicht so bequem, ohne hin- und herräumen zu müssen = weniger Luxus.

Camping und Kajaken am Pilsensee 3
Der See, zu dem wir unser Kajak trugen, war nah, und so setzten wir am frühen Nachmittag ein und paddelten los.
Von Anstrengung keine Spur, denn der Pilsensee ist nicht groß.
Wir fuhren gemächlich an öffentlichen und viel häufiger privaten Grundstücken entlang. Zwischen verblühten Seerosen hindurch bis kurz vor dem für Wassersport verbotenen Schutzgebiet. Stille umgab uns, unterbrochen nur von springenden Fischen, denen es hier ebenso gut gefiel wie uns.

Camping und Kajaken am Pilsensee 2
Wir machten es uns im Kajak gemütlich und ließen uns, die Sonne genießend, treiben. Es wurde Spätnachmittag, bis wir das Kajak am Campingplatz aus dem Wasser hoben und zum Trocknen aufstellten.
Als »mageres« Abendessen brieten wir uns wenige Würstel und aßen Brezen dazu – direkt am See im Sonnenuntergang.

Camping und Kajaken am Pilsensee 4
Beim anschließenden Spaziergang entdeckten wir das Restaurant – ja, das ist heute ein anders Niveau in einem Campingplatz-Restaurant als früher: preislich wie ideenreich. Nachdem wir nicht wirklich übersättigt waren, gönnten wir uns neben einem Glas Wein noch eine Nachspeise (ich) und eine Suppe (mein Mann).
Ein kleiner Nachtregen durchnässte Boot und Stühle etwas, aber das störte uns nicht, weil wir den Morgen am See mit dem sich langsam verziehenden Nebel bewunderten. Das Auschecken schafften wir gerade noch, dann ging es weiter auf Tour. Durch das stetig hügliger werdende Ostallgäu und vorbei an vielen glücklichen Kühen: So viele auf einer großzügigen Weide hatten wir noch nie gesehen. (Eine kleine Korrektur: In Irland sieht man das häufiger, allerdings bunt gemischt mit Schafen und Pferden.)

Unterwegs Nähe Pilsensee 2
Nach der lustigen, feucht-fröhlichen Feier entdeckte ich am frühen Morgen das nächste Highlight: Das Allgäu kurz nach Sonnenaufgang.

Unterwegs Nähe Pilsensee 4
Wie sehr die Eindrücke meiner Reisen oder auch nur Ausflüge meine Fantasie ankurbeln, könnt ihr demnächst in meinem neuesten Buch nachlesen.
Es ist weder ein Fantasyroman – keine Angst, Sternenflut Teil III erscheint trotzdem im November – noch ein Romantikthriller: Nein, es ist ein Reisebuch, in dem ich euch zeige, weshalb ich nach jeder Reise »Geschichten im Gepäck« habe.
 
Eure Katie

Eine ausführliche Leseprobe aus »Lana – Auf gefährlichen Pfaden«: Die Polizistin Lana ist mit dem Tourguide Finn und einer Urlauber-Familie auf der Flucht vor einem entflohenen Psychopathen.

Die Morgensonne hatte es bisher nicht über die Berggipfel geschafft, sodass der See dunkel vor uns lag. Etwa acht Kilometer hatten wir zu bewältigen, wofür Finn und ich zwei Stunden bräuchten, ohne uns zu verausgaben.
Mit den Carsons würden wir leicht die doppelte Zeit brauchen. War es überhaupt zu schaffen, noch am gleichen Tag weiterzugehen? Solange kein Schnee fiel und die Temperaturen nachts nicht unter fünf Grad fielen, konnten wir uns in den Schlafsäcken kurz ausruhen und dann weiterziehen. Jedoch befürchtete ich stark, dass es zu einer Meuterei käme, sobald ich diese Pläne preisgab.
Egal, ich musste versuchen, ihnen die Gefahr klar zu machen. Die harmlose Trekkingtour war zu Ende. Ab sofort ging es möglicherweise um unser Leben.
Vielleicht konnte ich Carson doch noch zum Abbruch überreden. Das wäre die klügste Variante.

Mit den Carsons würden wir leicht die doppelte Zeit brauchen. War es überhaupt zu schaffen, noch am gleichen Tag weiterzugehen? Solange kein Schnee fiel und die Temperaturen nachts nicht unter fünf Grad fielen, konnten wir uns in den Schlafsäcken kurz ausruhen und dann weiterziehen. Jedoch befürchtete ich stark, dass es zu einer Meuterei käme, sobald ich diese Pläne preisgab.
Egal, ich musste versuchen, ihnen die Gefahr klar zu machen. Die harmlose Trekkingtour war zu Ende. Ab sofort ging es möglicherweise um unser Leben.
Vielleicht konnte ich Carson doch noch zum Abbruch überreden. Das wäre die klügste Variante.

Was soll ich sagen: Ich redete mir den Mund fünf Minuten umsonst fusselig. Die Carsons hockten gemütlich in ihren Kajaks und betrachteten die Landschaft, Laurel natürlich stattdessen nur Finn. Erst als ich begann, Beales Verbrechen anschaulich zu schildern, wurde Virginia blass, woraufhin mir ihr Mann Redeverbot erteilte. Finn versuchte ebenfalls, ihnen die Gefahr klarzumachen und bot eine Wiederholung der Tour ohne Zusatzkosten an, sobald Beale gefasst wäre. Davon wollte Carson nichts wissen. Die Frauen zog es zwar nicht auf den See, Laurel jedoch wollte die Gelegenheit, Finn anzuschmachten, nicht so schnell aufgeben. Welche Unvernunft. Aber so ist es eben, wenn Actionfilme und -spiele mit Helden einem stets die sichere Rettung vorgaukeln. Leider war ich weder der grüne Hulk noch Catwoman.
Immerhin erlaubten sie mir, rasch in See zu stechen.

Die Schatten der Berge machten es unmöglich, etwas im See zu erkennen. Weder Pflanzen noch Fische schienen im schwarzen Wasser zu leben. Der Wald zu unserer linken Seite wirkte undurchdringlich und gefährlich, und jedes Mal, wenn etwas knackste, fuhr Virginia zusammen und Laurel quiekte. Wir paddelten meist leicht versetzt nebeneinander, und gelegentlich erzählten entweder Finn oder ich Wissenswertes über die Gegend, die tektonischen Besonderheiten oder Erlebnisse anderer Wanderer. So vergingen die ersten beiden Stunden recht rasch und angenehm und als ich zurücksah, erkannte ich, dass wir bereits die Hälfte der Strecke zurückgelegt hatten. Dennoch würden wir nicht vor Mittag am anderen Ufer ankommen.
Als hätte sie meine Gedanken gelesen, begann Laurel zu jammern.
»Ich muss mal ans Ufer, Finn.«
Er warf mir einen fragenden Blick zu, und ich hob die Schultern.
»Ich nehme an, es ist dringend und kann nicht mehr bis zu unserem Ziel warten, Laurel?«, fragte ich ruhig.
Sie sah mich entsetzt an. »Nein, ich muss mal. Das halte ich keine zwei Stunden mehr aus.«
»Wenn wir schon anhalten, würde ich vorschlagen, dass wir alle diesem Bedürfnis nachgehen. Egal wie wenig dringend es bei dem einen oder anderen ist. Je seltener wir anlegen müssen, desto sicherer ist es für uns.«
Der abwertende Schnauber von Carson Senior zeigte mir, dass er nach wie vor keine Gefahr erkennen konnte.
Wie verdiente dieser Mann gleich wieder sein Geld? Durfte man in dieser Position tatsächlich so dumm sein? War ein Mindestmaß an Intelligenz keine Voraussetzung für einen Führungsposten? Ich sparte mir eine Antwort.

Carson wies auf das rechte Ufer und die Moorwiesen.
»Da wären eine nette Bucht und ein paar hohe Büsche. Ich schlage vor, wir legen dort an!«
»Das können Sie gerne machen, Mr. Carson. Ich muss allerdings darauf hinweisen, dass das Moorwiesen sind. Das bedeutet, dass Sie mindestens knietief in den Boden einsinken werden.«
»Unsinn! Sehen Sie die Rehe? Die stehen doch auch ganz normal da.«
In diesem Moment flog ein Steinadler über die Gruppe Rehe, neben der ein Moorhuhn panisch hochflatterte. Die Rehe schossen nach allen Seiten davon, und wir konnten deutlich erkennen, dass die Wassertropfen spritzten. Ich verkniff mir ein spöttisches Grinsen und Mr. Carson einen weiteren Wunsch nach seiner Bucht.
Ich übernahm die Spitze der Gruppe und bat Finn: »Warte noch ein wenig, ich sehe mich erst um!«
Er nickte, und sein Gesicht nahm einen besorgten Ausdruck an.

Toby und ich beschleunigten und glitten rasch auf den dichten Wald zu, der nun freundlicher und grüner schien, da die ersten Sonnenstrahlen die Baumspitzen erhellten.
Wir drehten das Boot längsseits und ich kletterte ans Ufer. Wurzelschlingen auf weichem Nadelboden, dazwischen niedrige Blaubeersträucher, allerlei Gestrüpp und wohlduftende Fichten und Kiefern warteten auf mich.
»Toby, halte dein Paddel in der Hand bereit. Wenn ich etwas Bedenkliches sehe, müssen wir schnell weg.«
»Okay.« Sein junges Gesicht wirkte angespannt. Er schien realistischer veranlagt zu sein als sein Dad.
Ich stand einen Moment reglos und lauschte. Hinter mir auf dem See hatten die beiden anderen Boote klugerweise das Paddeln eingestellt. Ich vernahm nur Vogelgezwitscher, was ein gutes Zeichen war. Vorsichtig trat ich unter die Bäume und zog außerhalb Tobys Sichtweite meinen Revolver.
Man konnte nie wissen!

»Lana – Auf gefährlichen Pfaden« ist erhältlich als E-Book auf E-Book und als Taschenbuch bei Amazon, über den Buchhandel oder auch den Autorenweltshop für einen fairen Verdienst von Autoren.
Romantikthriller

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